Bitget verliert 352 Millionen Dollar bei Hack – Börse nennt Kundengelder sicher

Bitget sagt, die Kunden seien nicht betroffen. Wer den Schaden trägt und wie das gesichert ist, lässt die Zusage der Börse bisher offen.

Finanzen25. September 20262 Min. LesezeitRadarRadar 48

Die Krypto-Börse Bitget hat bei einem Hack 352 Millionen Dollar verloren. CoinDesk berichtete am 24. September 2026 darüber. Die Börse erklärt, die Gelder ihrer Nutzer seien sicher.

Was bekannt ist

Der Verlust beläuft sich laut dem Bericht auf 352 Millionen Dollar. Bitget hat den Angriff bestätigt und verbindet die Bestätigung mit einer Zusage an die Kundschaft: Deren Guthaben seien nicht gefährdet.

Die Reihenfolge der Ereignisse ist auffällig. Die ungewöhnlichen Bewegungen auf den Wallets der Börse fielen zuerst unabhängigen Beobachtern auf, die Transaktionen auf der Blockchain verfolgen. Die offizielle Bestätigung von Bitget kam erst danach.

Am selben Tag meldete CoinDesk einen zweiten Vorfall. Das Krypto-Casino Duelbits ging offline, nachdem Angreifer rund 7 Millionen Dollar aus seiner Hot Wallet abgezogen hatten. Hot Wallets sind die ständig mit dem Netz verbundenen Wallets, über die Plattformen laufende Ein- und Auszahlungen abwickeln.

Einordnung

Der Satz, Kundengelder seien sicher, ist eine Zusage und noch kein Nachweis. Er kann mehreres bedeuten: dass die betroffenen Wallets Mittel der Börse selbst enthielten, dass Bitget den Verlust aus eigenen Rücklagen ausgleicht oder dass die Guthaben der Kunden getrennt verwahrt waren. Die Erklärung allein sagt nicht, welcher dieser Fälle zutrifft.

Für Nutzer ist der Unterschied praktisch relevant. Gleicht eine Börse einen Verlust aus eigenen Mitteln aus, hängt die Sicherheit der Guthaben an ihrer Finanzkraft. Waren nur Betriebsmittel betroffen, bleibt der Schaden auf das Unternehmen beschränkt. Belastbar wird die Zusage erst, wenn Auszahlungen ohne Einschränkung laufen und die Börse offenlegt, woher die Deckung kommt.

Der zeitliche Ablauf zeigt zudem ein Muster, das bei Angriffen auf Krypto-Plattformen häufig ist. Weil Transaktionen auf der Blockchain öffentlich sind, sehen Außenstehende Abflüsse oft, bevor ein Unternehmen reagiert. Die erste Mitteilung der Börse ist dann keine Warnung mehr, sondern eine Antwort auf Beobachtungen, die bereits im Umlauf sind.

Der Fall Duelbits vom selben Tag ist deutlich kleiner, betrifft aber denselben Schwachpunkt: Wallets, die für den laufenden Betrieb online sein müssen. Ein Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen ist nicht belegt.

Was offen ist

Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, wie die Angreifer Zugriff erhielten, welche Wallets und welche Token betroffen sind und ob Bitget den Verlust aus eigenen Rücklagen deckt. Ebenso offen ist, ob Teile der Summe eingefroren oder zurückgeholt werden konnten und ob Behörden ermitteln. Ob Auszahlungen bei Bitget uneingeschränkt möglich sind, ist ebenfalls nicht bestätigt.

Quellen

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